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Silvester und Corona: Berliner Feuerwehr auf Jahreswechsel vorbereitet

Erfahrungsgemäß ist in der Silvesternacht die Verletzungs- und Brandgefahr durch die private Verwendung von Pyrotechnik besonders hoch. Die Berliner Feuerwehr rechnet insbesondere in den Bereichen Notfallrettung und Brandbekämpfung mit einem stark erhöhten Notruf- und Einsatzaufkommen.

Berliner Feuerwehr auf „Ausnahmezustand Silvester“ vorbereitet

Am 31.12.2020 wird um 19 Uhr der sogenannte „Ausnahmezustand Silvester“ ausgerufen. Ein geplanter Ausnahmezustand bedeutet, dass zusätzliche Führungsdienste eingesetzt und die Personalstärke auf den Wachen sowie den Organisationseinheiten erhöht werden. Außerdem wird der Stab Feuerwehr einberufen, um das Lagebild kontinuierlich zu beurteilen. Weiterhin werden die Freiwillige Feuerwehr sowie die Hilfsorganisationen und die Bundesanstalt Technisches Hilfswerk einbezogen. Darüber hinaus stellen viele Organisationseinheiten Rufbereitschaften. Auch alle Mitarbeitenden, die sich in der Laufbahn- oder Notfallsanitäterausbildung befinden, werden in der Silvesternacht Einsatzdienst versehen.

Eine Hand bei einem Legalen Böller mit BAM-Nummer.

Personalstärke in der Silvesternacht

Insgesamt werden in der Silvesternacht:

  • 850 Einsatzkräfte der Berufsfeuerwehr im Dienst sein,
  • 526 ehrenamtliche Kräfte von 58 Freiwilligen Feuerwehren den Einsatzdienst unterstützen
  • und 427 Fahrzeuge besetzt.

In der Leitstelle werden 72 Mitarbeitende tätig sein. Im Regelbetrieb sind es nachts 24.

Außerdem werden:

  • 98 Kräfte der Hilfsorganisationen und der Bundeswehr (Rettungsdienst)
  • und ca. 30 Kräfte der Bundesanstalt Technisches Hilfswerk unterstützend tätig.

Somit wird die Personalstärke im Vergleich zum Regelbetrieb nahezuverdreifacht (1.504). Für gewöhnlich sind nachts 473 Kräfte der Berufsfeuerwehr im Dienst.

Durchschnittlich bewältigt die Berliner Feuerwehr pro Tag 1.310 Einsätze. In der Silvesternacht 2019/2020 wurden allein zwischen 19 und 7 Uhr über 1.500 Einsätze bewerkstelligt.

Illegale Böller aus Polen.

Landesbranddirektor befürchtet Angriffe auf Einsatzkräfte

Landesbranddirektor Dr. Karsten Homrighausen sagte angesichts der Einsatzvorbereitungen auf die Silvesternacht: „Wir haben unsere Aufstellung natürlich vor dem Hintergrund der Pandemielage angepasst. Zum Beispiel findet die zentrale Festveranstaltung am Brandenburger Tor nicht statt. Dadurch werden Kapazitäten für das andere Einsatzgeschehen frei. Allerdings heißt das nicht, dass wir weniger zu tun haben werden. Dieses Jahr macht mir das völlig Enthemmte Sorgen. Spontane Ansammlungen und übermäßiger Alkoholkonsum können dann wieder dazu führen, dass Einsatzkräfte angegriffen werden“. Letztes Jahr wurden 24 Übergriffe auf Einsatzkräfte gemeldet – drei Kräfte wurden verletzt.

Weiterhin betont Dr. Homrighausen: „Die meisten verletzten Patientinnen und Patienten sind auf den unsachgemäßen Gebrauch von Pyrotechnik zurückzuführen und viele Brände entstehen durch fehlgeleitete Raketen. Jeder Brand ist einer zu viel. Wir sind auf eine Häufung dieser Einsätze vorbereitet – auch, wenn dieses Jahr ein Verkaufsverbot von Feuerwerkskörpern verhängt wurde.“

Dabei können Brand- und Verletzungsgefahren mit einfach zu merkenden Verhaltenstipps reduziert werden.

Sicherheitstipps zum Umgang mit Feuerwerkskörpern finden Sie zusammengefasst auf der Website der Berliner Feuerwehr: https://www.berliner-feuerwehr.de/ihre-sicherheit/saisonale-informationen/silvester/

Rauchwarnmelderpflicht ab dem 1. Januar 2021
Ab dem 1. Januar 2021 müssen in Berlin nicht nur Neu- und Umbauten mit Rauchwarnmeldern ausgestattet sein, sondern auch alle Bestandsbauten.
Mehr Informationen: https://www.berliner-feuerwehr.de/ihre-sicherheit/praevention/warnmelder/

Illegaler Böller aus Polen!
Durch das Silvester-Verkaufsverbot in Berlin sind die meisten nach Polen gefahren, um sich dort mit Feuerwerk einzudecken.
In der Linken-Hand ein Legaler Böller, und in der Rechten-Hand ein Illegaler Polenböller.

Dominik Totaro

Ich bin seit 2015 freier Reporter in Berlin. Hauptsächlich bin ich im Bezirk Marzahn-Hellersdorf unterwegs und berichte dort über Polizei- und Feuerwehr-Einsätze.

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